Nienburg. Die Diskussion um das geplante Baugebiet Segelwiesen ist beendet. Nach Jahren der Auseinandersetzung werden die Pläne für eine Erschließung nun endgültig, so ein aktueller Ratsbeschluss, beerdigt. Die Gruppe GRÜNE-Linke im Nienburger Stadtrat, die das Vorhaben von Anfang an konsequent abgelehnt hat, sieht sich damit in ihrer Haltung bestätigt.
„Wir haben stets darauf hingewiesen, dass dieses Baugebiet in einem Überschwemmungsgebiet aus ökologischer Sicht nicht vertretbar und städtebaulich nicht erforderlich ist“, erklärt Dorian Spange, Sprecher der Gruppe. Die Flächen seien Überschwemmungsgebiet, wie man im vergangenen Winter eindrucksvoll sehen konnte, und damit wichtiger Retentionsraum bei Hochwasser.
Auch Hedda Freese als langjähriges Ratsmitglied betont, dass das Projekt von Beginn an ein Irrweg war. Der Flächenverbrauch für Wohnbebauung könne auch in Nienburg nicht beliebig fortgesetzt werden. „Wer solche Areale bebaut, nimmt Risiken für Hochwasserschutz billigend in Kauf. Zudem ist der Flächenfraß durch Straßenbau, die Ausweitung von Gewerbegebieten und Wohnbebauung ein Problem für die Landwirtschaft. Die verfügbaren Flächen für Ackerland werden immer knapper und die Preise steigen stetig in die Höhe“, hebt Freese hervor.
Darüber hinaus verweist die Gruppe auf die praktischen Probleme einer Realisierung: Die Stadtverwaltung sei nach eigenem Bekunden stark belastet, zusätzliche Projekte würden die Kapazitäten weiter überfordern. Zudem wäre die Erschließung der Segelwiesen aufgrund der Lage und der erforderlichen Infrastruktur besonders aufwendig und teuer.
Der langjährige Gruppensprecher Peter Schmithüsen erinnert an die zahlreichen Debatten im Stadtrat in den vergangenen Jahren: „Unsere guten Argumente gegen das Projekt lagen immer auf dem Tisch, aber wurden ignoriert. Wir nehmen die späte Erkenntnis der Ratsmehrheit und der Verwaltung erfreut zur Kenntnis und unterstützen selbstverständlich den vorgeschlagenen Planungsstopp.“
Die Gruppe GRÜNE-Linke sieht die Entscheidung als Signal, künftige Bauplanungen stärker an ökologischen Notwendigkeiten und einer nachhaltigen Stadtentwicklung auszurichten. „Wir brauchen intelligente Nachverdichtung und die Nutzung vorhandener Flächen, statt immer neue Baugebiete auf der grünen Wiese“, fasst Spange zusammen. Als Alternativen verweist die Gruppe auf die mögliche Entwicklung eines Baugebiets auf dem Gelände des Wasserverbands, die gezielte Nachverdichtung sowie die Aktivierung von vorhandenen Baulücken im Stadtgebiet.
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