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Staatsministerin Katja Keul von Bündnis 90/Die Grünen zu Besuch beim Wasserverband in Nienburg

Nienburg. Rund ums Wasser ging es bei dem Austausch der hiesigen Bundestagsabgeordneten Katja Keul und Mitgliedern des Kreisverbands Bündnis 90/Die Grünen mit dem Kreisverband Wasserwirtschaft in Nienburg. Angesichts der Klimakrise rückt auch im Landkreis Nienburg das Thema Wasserversorgung immer stärker in den Vordergrund. Geschäftsführer Gaylord Kurre erklärte, worin die zahlreichen Herausforderungen bei der Sicherstellung des kostbaren Lebensmittels Wasser liegen. Mit dem Projekt eines Integralen Managementkonzepts zur Bewirtschaftung von Wassermengen hat der Landkreis jetzt die Grundlage für ein adaptives Wassermengenmanagement vorgelegt. Auch müsse mit dem Inkrafttreten der gerade in Kraft getretenen und bis Ende September geltenden Allgemeinverfügung zur zeitlichen Beschränkung der Beregnung der Verbrauch von Wasser reduziert werden, damit sich die Grundwasserstände erholen können und nicht noch mehr belastet würden, so Kurre. Wasserrückhaltung sei ein zentrales Thema für die Zukunft. Doch auch der Eintrag von Schadstoffen müsse gestoppt werden. Bislang wird das Abwasser in drei Verfahrensschritten gereinigt werden. "Eine zusätzliche vierte Reinigungsstufe zur Entfernung von Spurenstoffen wie Arzneimittel und Kosmetika ist sehr kostspielig, würde damit zu steigenden Wasserkosten führen, aber nicht alle Spurenstoffe entfernen können", warnt der Geschäftsführer. "Bei einem notwendigen Bau einer vierten Reinigungsstufe müsse das Verursacherprinzip angewandt werden, indem Arzneimittel- und Kosmetikindustrie finanziell an den Ausbaukosten beteiligt und so Anreize zur Vermeidung von Spurenstoffen geschaffen werden". Man müsse jetzt Gegensteuern, darin waren sich alle Anwesenden einig. Angesichts der Lage begrüßt die heimische Abgeordnete, dass die Verantwortlichen in ihrem Landkreis tätig geworden seien und das Thema des Wassermengenmanagements auf die politische Agenda gesetzt haben. "Wir müssen jetzt die Weichen dafür stellen, dass unser Wasser sauber und bezahlbar bleibt. Denn Wasser ist und bleibt unser wichtigstes Lebensmittel", so Keul.

Die Forderungen an die Politik sind hoch. "Wasser braucht endlich eine Lobby", fordert Trinkwasserexperte Joachim Oltmann vom Wasserverband.  Schadstoffeinträge müssen verringert werden. Oltmann betont, dass er sehr gute Erfahrungen bei der Kooperation mit den hiesigen Landwirten gemacht habe, die Flächen in Wasserschutzgebieten hätten. Verbandsvorsteher und Landwirt Dirk Dohrmann sieht sogar Vorteile für die betroffenen Landwirte. So würden zum Beispiel die Kosten für Bodenproben bezahlt. Nur gemeinsam sei der Bedarf an sauberem und sicherem Trinkwasser zu gewährleisten.
Zunehmender Nutzungsdruck, steigende Wasserverbräuche und nicht zuletzt der Klimawandel wirken sich jetzt schon auf die Menge des Grundwassers aus, berichtet Kurre. Alle Anwesenden begrüßten daher die in Kraft getretene Allgemeinverfügung des Landkreises, die die Beregnung von landwirtschaftlichen Flächen und privaten Gärten ab 24 Grad Celsius von 12 bis 18 Uhr verbietet.
"Die kommunale Selbstversorgung funktioniert und ist eine wichtige Errungenschaft", lobt Keul. Die Bundesregierung setze sich für eine ganzheitliche Wasserstrategie ein, die auch die Ökosysteme berücksichtigte. "Wir müssen die Wasserrahmenrichtlinie konsequent umsetzen, Moore und Feuchtgebiete besser schützen und Verursacher konsequent zur Verantwortung ziehen", so die Staatsministerin. Wasser brauche eine Lobby, unterstreicht die Anwältin, denn "der Zugang zu Wasser ist ein Menschenrecht".



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