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Feierabendgespräch zum Thema Seelische Gesundheit

Nienburg. Meta Janssen-Kucz, Mitglied des niedersächsischen Landtags und Sprecherin für Gesundheit von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, sowie die Landtagswahlkandidatin des Kreisverbands von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für den Wahlkreis Nienburg-Nord, Ann-Sophie Wiek, waren mit interessierten Bürger:innen im „Feierabendgespräch“ zusammengekommen, um sich über drängende Fragen zur medizinischen Versorgung sowie das sozialmedizinische Beratungsangebot auszutauschen. Der Sprecher des GRÜNEN Ortsverbandes, Dorian Spange, freute sich, gleich zwei Politikerinnen mit großer Kompetenz im Bereich der seelischen Gesundheit im FUNDUS Café in Nienburg begrüßen zu können.

In ihrem Eingangsbeitrag berichtete Meta Janssen-Kucz, die als Sozialpädagogin auf lange berufliche Erfahrungen zurückblickt, von ihrer langjährigen Arbeit in Landtagsausschüssen und Enquete-Kommissionen. Dort werde versucht, Lösungen zu finden, die öffentliche Gesundheit auch auf dem Land gut aufzustellen. „Wo bleibt die Pflege?“, habe sie immer wissen wollen, weil sie diese für das Bindeglied im ganzen Bereich der Gesundheit halte. Auch im Bereich der Krankenhausversorgung bezog sie eine klare Position und forderte regionale medizinische Versorgungszentren. „Der Aufkauf von Kliniken durch auswärtige Investoren, die am Ende Krankenhäuser schließen, muss aufhören.“ Auch im Bereich der seelischen Gesundheit müssten die Bedingungen der Regelversorgung dringend verbessert werden, denn es sei unzumutbar, wenn länger als sechs Monate auf einen Therapieplatz gewartet werden müsse.

„Das Thema seelische Gesundheit geht alle etwas an, deshalb müssen sich lokal alle auf den Weg machen, Lehrer:innen, Sozialarbeiter:innen und so weiter“. Diese Forderungen unterstützte Ann-Sophie Wiek, die unter anderem als Schulsozialarbeiterin und Diakonin tätig war, in ihrem Eingangsbeitrag. „Die seelische Gesundheit ist ein Herzensthema für mich, doch es bekommt nach meinen beruflichen Erfahrungen viel zu selten Raum.“ Was sie in Frauen- und Mädchenberatungsstellen, die sie besuchte, gehört hat, habe sie „zutiefst getroffen“. Dass beispielsweise Opfer von Gewalt sechs Wochen auf ein erstes Beratungsgespräch warten müssten, „geht gar nicht“. Weil die Kinder und psychisch Erkrankte vergessen würden, hält Wiek eine flächendeckende Beratung für dringend notwendig. Gerade in Zeiten mit multiplen Krisen (Krieg gegen die Ukraine, Klimakrise u. a.) verstärkten sich Existenzängste. Kinder könnten noch schlechter damit umgehen als Erwachsene, weil sie erst wenig Resilienz ausbilden konnten. Meta Janssen-Kucz untermauerte die Ausführungen Ann-Sophie Wieks, denn verschiedene Untersuchungen sowie Erfahrungen des Kindernotrufs hätten bestätigt, dass sich Ängste verstärkten und viele Familien diese nicht auffangen könnten. Beide Expertinnen waren sich einig, dass es Sonderzulassungen von Psycholog:innen in ländlichen Gebieten und städtischen Problemvierteln geben müsse. Auch der Ausbau von Telemedizin müsse erfolgen, um Menschen aus ihrer Isolation zu holen. Da auch im sozialmedizinischen Bereich Fachpersonal fehle, müsse laut Janssen-Kucz eine Fachkräfte- und Ausbildungsoffensive erfolgen. Auf die Frage einer Besucherin, ob eventuell ein Freiwilliges Soziales Jahr eine mögliche Hilfe im Pflegebereich sein könnte, antwortete Meta Janssen-Kucz: „Ich war immer eine Verfechterin dieser Idee.“ Zum Schluss bedankte sich Dorian Spange für das interessante Gespräch in einer freundlichen und ungezwungenen Atmosphäre und verabschiedete die Anwesenden.



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