Grüne fordern mehr Engagement für bezahlbaren Wohnraum

Nienburg. Die angespannte Situation auf dem Nienburger Wohnungsmarkt, speziell im Segment für einkommensschwache Menschen, beschäftigte auf einer gemeinsamen Sitzung die grünen Politikerinnen und Politiker des Ortsverbands Nienburg und der Stadtratsfraktion. Im Vordergrund stand dabei die fachliche Analyse der aktuellen Situation und die absehbare Entwicklung von bezahlbarem Wohnraum in der Stadt.
Matthias Mente, Beratungsstelle Wohnwege, und Caroline Lampe, Beratungsstelle der Wohnungslosenhilfe, informierten gemeinsam über ihre Arbeit mit den Betroffenen und ihren persönlichen Erfahrungen bei der schwierigen Suche nach geeignetem Wohnraum. Es sei allerdings nicht möglich die Wohnraumsituation in Nienburg präzise einzuschätzen, da es analog zur bundesweit fehlenden Wohnungslosenstatistik auch in Nienburg kein Leerstandskataster und kein Wohnraumversorgungskonzept gäbe. Für Nienburg eindeutig feststellbar sei jedoch, dass in den letzten Monaten allein im Stadtgebiet etwa 150 Wohnungen im günstigen Preisniveau durch Abriss weggefallen seien. „Diese Wohnungen stehen für die von uns betreuten Wohnungssuchenden nicht mehr zur Verfügung und es ist zur Zeit nicht erkennbar, wo neue Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen oder Sozialhilfeempfänger entstehen sollen“, so Mente. Zum Beispiel auf den Flächen der abgerissenen Häuser im Nordertor sei jetzt erst einmal Rasen gesäht worden, ohne eine erkennbare konkrete Planung für entsprechenden Ersatz.

Hedda Freese, Sprecherin des Ortsverbands und Stadtratsmitglied, kritisierte dieses Vorgehen der
Baugesellschaft GBN, da diese als hundertprozentige Tochter der Stadt eine besondere Verantwortung auch für sozial und finanziell schwach gestellte Menschen in der Stadt habe. „Es mag sein, dass abgängige Wohneinheiten aus wirtschaftlichen Gründen abgerissen werden müssen, aber es sollte immer auch gleichwertiger Ersatz geschaffen werden“, so Freese.

Peter Schmithüsen, Vorsitzender der Fraktion im Stadtrat, sieht besonders die vom Rat der Stadt in den Aufsichtsrat der GBN entsandten Mitglieder in der Pflicht jetzt steuernd einzugreifen. „Die Politik muss hier klare Vorgaben machen und der Geschäftsführung der GBN die städtebaulichen und
sozialpolitischen Ziele des Stadtrats für eine ausgewogene Wohnraumentwicklung vorgeben“, so Schmithüsen. Dies sei besonders vor dem Hintergrund des stetigen Zuzugs von schutzsuchenden Neubürgerinnen nach Nienburg, aber auch angesichts der steigenden Zahl an Menschen und Familien mit sehr geringen Einkommen, kurzfristig und dringend erforderlich.

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