Wegeseitenränder wieder in der Diskussion

Ein immer wieder heiß diskutiertes Thema griffen die Kreisgrünen jetzt in ihrem Arbeitskreis Kommunalpolitik auf: Das Überpflügen der Wegeseitenränder. Damit wird öffentliches Eigentum  zu privat genutztem Ackerland und der natürlichen Entwicklung von Flora und Fauna wird der Boden entzogen. Auf Wunsch vieler grüner Kommunalvertreter/innen und weiterer engagierter Umweltschützer/innen aus dem Landkreis hatte Heinz-Friedel Bomhoff als Mitglied des Kreisvorstands zum Informationsabend eingeladen. Als Referent/innen konnte er Renate Niemann und Dieter Korte begrüßen. Niemann ist Initiatorin einer auf Landesebene gegründeten Initiative aus dem Raum Uelzen, die sich für den Erhalt der meist in kommunalem Eigentum stehenden Wegeseitenränder einsetzt. Sie berichtete über die bisherige Arbeit und stellte dar, warum Wegeseitenränder so wichtig für die Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt sind.  „Ihre schmale Ausprägung täuscht“, so Niemann, „tatsächlich nehmen sie viel mehr Fläche ein als alle Naturschutzgebiete zusammen.“  Sie seien Nahrungsquelle, Wohn- und Nistplatz, Schutz- und Rückzugsraum- Verbindungsweg für heimische Tier- und Pflanzenarten – wenn sie denn den Pflügen nicht zum Opfer fallen.

Was eine Gemeinde zum Schutz von Wegeseitenrändern tun kann, dafür hatte Dieter Korte, Bauamtsleiter in der Samtgemeinde Liebenau, pragmatische Beispiele parat. Schnell wurde klar, dass für den Erhalt von Wegeseitenrändern durchaus Handlungsmöglichkeiten gesehen werden:  Örtliche Netzwerke aufbauen, Überzeugungsarbeit leisten, Vereinbarungen schließen. Landwirte, Jäger, Hegeringe, Vereine, kommunale Verwaltung und vor Ort engagierte Bürgerinnen und Bürger unter einem Dach versammeln, allen Beteiligten den Wert der Entwicklung und des Erhalts von Wegeseitenrändern erläutern und Pläne zur Umsetzung schmieden – das nutze der Natur und dem Tourismus gleichermaßen und wecke auch das Bewusstsein in den Dorfgemeinschaften, so Niemann.  Das bestätigte Jörg Brüning, Mitglied des BUND. Beispielhaft dafür sei  die Aktion des BUND zur Obstbaumpflanzung vor einigen Jahren gewesen. Dass es den  Kommunen bei der genauen Vermessung von landwirtschaftlichen Flächen an Personal mangelt und bei den Landwirten der finanzielle Faktor eine Rolle spiele, war den Teilnehmenden durchaus verständlich.  „Gemeinden können reaktivierte Flächen unter bestimmten Vorrausetzungen auf einem Ökokonto gutschreiben lassen“, so Korte. Das könnte ein Anreiz sein, Verwaltungen und Politik ins Boot zu holen. Die Samtgemeinde habe gute Erfahrungen mit der persönlichen Ansprache von Landwirten gehabt, denen der Wert einer vielfältigen und stabilen Flora und Fauna sehr wohl bewusst sei. Die einvernehmliche Festlegung von Bewirtschaftungsgrenzen - auch ohne teure Vermessung - sei in der Vergangenheit problemlos möglich gewesen. Ein weiterer kleiner Schritt sei es, den gemeindlichen Bauhöfen Richtlinien zur Behandlung von Wegeseitenrändern an die Hand zu geben.  NABU-Vorsitzender Jens Rösler versorgte die Anwesenden mit Material als weiteren Baustein auf dem Weg einer Vernetzung örtlicher und überörtlicher Initiativen.

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