Aspekte der örtlichen Integrationspolitik waren der Schwerpunkt der jüngsten Sitzung des Nienburger Ortsverbandes der Grünen.
Zur Diskussion waren die Integrationsbegleiter des Landkreises Nienburg eingeladen. Projektkoordinatorin Maria Graf berichtete, dass das Projekt der Integrationsbegleiter vom Christlichen Jugenddorf (CJD) Nienburg getragen und von der ARGE Landkreis Nienburg im Rahmen der Ein-Euro-Jobs finanziert wird. Das Projekt ist auf 6 Monate angelegt und kann auf ein Jahr verlängert werden. Die zur Zeit acht Integrationsbegleiter haben selbst einen Migrationshintergrund, sprechen viele verschiedene Sprachen. Sie helfen Menschen mit Sprach- und Integrationsproblemen bei Behördengängen, Übersetzungen, Arbeitssuche, Arztbesuchen und vielen anderen Dingen des Alltags, mit denen sie alleine überfordert wären. Dies führe, so Graf, zu einer intensiven Betreuung von Familien, die sich auch über längere Zeiträume strecken kann.
Abdel-Karim Iraki, selbst Integrationsbegleiter und Vorstandsmitglied der Nienburger Grünen, berichtete, dass die Begleiter an vielen Schulen aktiv sind und von dort auch sehr positive Rückmeldungen erhielten. Inzwischen bitten die Behörden oft selbst darum, die Familien zu begleiten, da sie auch deren Arbeit spürbar unterstützen und damit für Entlastung in den Ämtern sorgten. Diese Wertschätzung wurde auch von Diskussionsteilnehmern geteilt, die selbst in Beratungsdiensten arbeiten und über Schwierigkeiten bei der Beratung von nicht deutsch sprechenden Personen berichteten.
Es sei bedauerlich, dass ein so notwendiges und erfolgreiches Integrationsprojekt nur auf so kurze Zeit angelegt sei. „Wir Grünen fordern eine dauerhafte Einrichtung der Integrationsbegleiter und eine angemessene Finanzierung mit besserer Vergütung dieser engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürger,“ so Peter Schmithüsen, Parteisprecher des Ortsverbandes.
Thema waren auch die Vorgänge in der neuen Nienburger Disco N1, bei deren Eröffnung offenkundig Personen mit Migrationshintergrund der Zutritt verweigert wurde. Abdel-Karim Iraki äußerte zwar Verständnis, wenn Gäste, die dem Veranstalter konkrete Probleme bereiteten, entfernt würden. „Menschen allerdings aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Herkunft nicht einzulassen, ist diskriminierend und nicht hinnehmbar,“ so Iraki. Es sei auch besorgniserregend, wenn in Leserbriefen an die Lokalpresse, öffentlich das Recht auf ‚Feiern nur unter Deutschen’ eingefordert würde, meinte Hedda Freese, Fraktionsvorsitzende der Grünen Gruppe im Nienburger Stadtrat. Dies zeige, dass das Engagement für Toleranz und Integration in Nienburg sehr wichtig ist und keinesfalls nachlassen dürfe.
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